Reformkommission Sexualstrafrecht übergibt Abschlussbericht

Die 1399 Seiten des Berichtes finden Sie hier. Zu gegebener Zeit, wenn wir diesen gelesen und diskutiert haben, folgt eine Stellungnahme von uns.

Am 19. Juli 2017 hat die Reformkommission zum Sexualstrafrecht ihren Abschlussbericht an den Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas übergeben.


Hintergrund:
In der Reformkommission haben sich seit Februar 2015 zwölf Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Gesetzgebung und Praxis an insgesamt 28 Sitzungstagen intensiv mit dem Sexualstrafrecht befasst und dabei fünfzehn weitere Sachverständige (u.a. die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, den Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Psychologen und Psychiater) angehört. Der Abschlussbericht enthält 61 Empfehlungen. Quelle: https://www.bmjv.de

Der Betroffenenrat hat im November 2016 einen Forderungskatalog zum Reformbedarf an die Kommission eingereicht. Das angebotene Gespräch mit Betroffenen wurde leider nicht gesucht.

Kampf gegen „Kinderp…“

Wir fordern den Begriff Kinderpornografie abzuschaffen – hier geht es um Gewaltdarstellungen von sexualisierter Gewalt/Folter gegen Kinder und Jugendliche

Beim Bundeskriminalamt arbeiten inzwischen 140 Beamte in der Abteilung Cybercrime. 40 von ihnen befassen sich mit dem Thema „Kinderp…“. Die Polizei tut sich schwer damit, den Missbrauch von Kindern im Internet zu verfolgen. Mit virtuellen Lockvögeln könnte sie die Täter direkt online überführen. Allerdings ist diese Methode rechtlich umstritten.

Oranienburg – Anfang des Monats ist in Oberbayern ein Mann festgenommen worden, der gegen Geld den Missbrauch von Kindern online per Webcam nicht nur beobachtet, sondern auch Handlungsanweisungen gegeben haben soll. Gegen den Mann ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft Traunstein wegen mehrerer Tathandlungen. Cybercrime-Ermittler des Bundeskriminalamts hatten ihren Kollegen in Bayern den Tipp gegeben. Über die Ermittlungsmethoden schweigen die Beteiligten, das Verfahren läuft noch. Dem Mann drohen nun zwischen zwei und 15 Jahren Freiheitsstrafe.

Von Christiane Schulzki-Haddouti 17. August 2017 – 15:30 Uhr
Quelle: www.stuttgarter-nachrichten.de

www.kinderschutzhotline.de

Die „Medizinische Kinderschutzhotline“ ist ein vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördertes, bundesweites, kostenfreies und 24 Stunden erreichbares telefonisches Beratungsangebot für Angehörige der Heilberufe bei Verdachtsfällen von Kindesmisshandlung, Vernachlässigung und sexuellem Kindesmissbrauch. Die Projektleitung hat Prof. Jörg M. Fegert von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie Ulm.

Das Ergänzende Hilfesystem aus Sicht des Betroffenenbeirats

Seit dem 01. Mai 2013 können Betroffene sexualisierter Gewalt Anträge auf Sachleistungen an das Ergänzende Hilfesystem stellen. Vier Jahre nach der Gründung des Ergänzenden Hilfesystems zieht der Betroffenenbeirat des Fonds Sexueller Missbrauch ein Resümee. In seinem Schreiben vom 13. Juni 2017 bewertet der Betroffenenbeirat das Ergänzende Hilfesystem positiv, insbesondere die Niedrigschwelligkeit des Hilfesystems, die passgenauen Hilfeleistungen und die fachübergreifende Zusammenarbeit werden gelobt. Lesen Sie hier die Stellungnahme des Betroffenenbeirates.